Nachbarschaft

Stehen, Lächeln, Schwitzen. So ein Kunsthandwerkermarkt ist keine einfache Sache. Im Gegenteil: Ein Wochenende als „Standler“ („Standbetreiber“ für Nichtbayern) geht einem ganz schön auf die Knochen. Vor allem wenn man, wie ich, nicht so sehr in der Übung ist.

Und so habe ich mich auch bei meinem letzten Markt – dem „Festival der Sinne“ in Ratzenhofen – hinter meinem Stand so manches Mal gefragt: „Was mache ich eigentlich hier?“ Als mir in der schwülen Luft der Schweiß auf der Haut juckte, als das Gewitter alle Gäste vertrieb oder meine Knöchel vom vielen Stehen anschwollen.

Die Antwort ist selbstverständlich: Ich mache das, um meine Keramik zu verkaufen – so verdiene ich Geld. Basta.

Außerdem hat so ein Markt ja auch seine schönen Seiten. Hier hat man zum Beispiel die Gelegenheit, die unterschiedlichsten Menschen zu beobachten und mit einigen dann auch ins Gespräch zu kommen. Besonders natürlich mit den Standlern nebenan. Die können ein echter Horror sein. Oder, wie in meinem Fall: Ein echtes Vergnügen.

Auf gute Nachbarschaft

auf gute Nachbarschaft

Einige davon waren Standler-Vollprofis: Weitgereist, erfahren, freundlich. Man tauscht Anekdoten aus, fachsimpelt über „den perfekten Marktstand“ (es gibt ihn nur im Traum, den sich selbst aufbauenden, fertig eingeräumten, wind- und wetterfesten Stand mit eingebautem Klo) und hilft auch mal aus, weil das Klo eben nicht schon eingebaut ist. Gespräche übers Wetter sind immer dabei – schließlich ist das ja einer der Hauptgründe für den Erfolg eines Markts. Und ob der Markt dann tatsächlich ein Erfolg gewesen ist, wird man keinem Standler entlocken können. „Ganz zufrieden“ sind sie alle. Wie auch ich. Und triffst du mal einen, bei dem „nicht sehr viel“ los gewesen ist, kannst du dir sicher sein: Der kommt nächstes Mal nicht wieder.

Ich für meinen Teil freue mich schon auf das nächste Jahr. Auf die Leute, die Kundschaft selbstverständlich und auf die netten Nachbarn. Denn gemeinsam lächelt es sich besser.

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