Bowl – was?

Wann ich merke, dass ich alt werde? Wenn ich mich so Sätze sagen höre wie: „Also das haben wir ja schon gemacht, da warst du noch…“ oder „…da gab’s noch gar kein…“ oder „…da hieß das einfach…“

Aber mal ehrlich: „Bowl-eating“?

Für die ebenso alten Menschen hier: Das ist, wenn man sein Essen aus einer Schüssel isst. Total hip, habe ich mir sagen lassen. Also, das geht so: Man isst sein Essen aus einer Schüssel. Den Porridge (Haferbrei), den Salat, die Suppe, das Süßkartoffelcurry – einfach alles. Naja, wahrscheinlich Sauerbraten nicht. Aber Sauerbraten ist auch nicht hip. War es nie, wird es nie sein. Und niemand will Fotos von einer Sauerbratenbowl in den sozialen Medien sehen.

Und? Cool, dieses Bowl-eating, oder? (Sagt man noch „cool“, eigentlich?)

Neulich hatte ich den Auftrag eine solche „Bowl“ zu machen. Und ja, ich habe ein bisschen die Augen verdreht. Ich bin professionelle Schüsselmacherin. Ich fertige sie in allen möglichen Formen. Meistens unten schmal, oben weit – selten umgekehrt. Diese sollte ein wenig bauchiger sein. Also gut.

Ich hatte ja keine Ahnung, dass ich mich in die Form sofort verlieben würde.

Deshalb gibt es bei mir ab sofort auch solche „Bowls“ – also Schüsseln. Und was ihr da reinkocht oder rausesst ist mir total egal. Ich hab schon aus Schüsseln gegessen, da wart ihr noch…

Hoffnung ist das was dich aus dem Sumpf zieht, während du mit Zitronen Zitate suchst

„Ich muss schlafen“ ( I need to sleep), sagt der Mann in meiner Lieblingsserie und ich denke „Oh Tommy, ich auch“. Ich bin müde. Und wenn ich müde (oder hungrig – am besten nicht beides) bin, fange ich an zu motzen. Dann ist alles ungerecht. Ich zetere und schimpfe und bin müde müde müde. Nichts geht mehr. Nichts geht. Mein ganzes Leben ist heruntergefahren und eingefroren. Mein Gehirn macht im Versuch alles einzuordnen, zu verstehen und zu kommentieren nur noch kraftlose Hopser.

„Bewerten selbst kann sehr anstrengend sein“, schrieb eine Freundin neulich auf Facebook. „Wir müssen (…) vielleicht Trost in der ein oder anderen Ablenkung finden, anstatt uns nur ständig damit zu beschäftigen, die allgemein miserable Lage von einem Tag auf den nächsten ein bisschen besser oder schlechter zu bewerten.“ Sich ablenken klingt gut. Und tut gut, ja. Arbeit kann eine prima Ablenkung sein, bespielsweise. Nicht mehr bewerten… puh. Einen Versuch ist es wert. (Ich versuche es, okay? Das gelingt halt nicht immer.) Aber was dann? Endlich schlafen und einfach die „allgemein miserable Lage“ ignorieren?

„Leben ist das was passiert, während du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen“, soll John Lennon gesagt haben (Life is what happens, while you are busy making other plans). Er meinte es offensichtlich anders als es mich jetzt anspricht, aber: Ich brauche keinen Schlaf (sorry, Tommy). Ich brauche Leben! Und wenn es stimmt, dass Leben dann passiert, wenn du Pläne machst, dann plane ich. Jetzt? Mitten im Lockdown? Jetzt, wo gar nichts geht? Ja, jetzt. Einer der wichtigen Faktoren, die mich das vergangene Jahr ganz gut überstehen ließ, war Zuversicht. Ein weiterer: Pragmatismus.

„Gibt das Leben dir Zitronen, frag nach Salz und Tequila“, singt die Band SDP (F.I.C.K. D.I.C.H. – das war nicht meine Idee, das Lied heißt halt so). Also habe ich versucht das Beste aus der „allgemein miserablen Lage“ zu machen. Laden zu – dann eben nur Abholung. Abgesagte Märkte – dann eben Onlineverkauf. Theater zu – dann eben im Internet oder draußen. Keine Freunde mehr drinnen treffen – dann eben unter freiem Himmel. Vielleicht nicht immer das Wahre, ich weiß. Aber sehr viel besser als nichts.

Ich habe geplant. Mich „am eigenen Schopfe aus dem Sumpf“ gezogen, wie es in Baron Münchhausens Lügengeschichten heißt. Das möchte ich jetzt wieder. Und ich werde. Ich plane Theaterstücke. Ich schreibe an einem. Ich habe Ideen für ein zweites. Ich will im Mai mit meinen Tontöpfen auf einem Kunsthandwerkermarkt stehen und organisiere momentan einen Kreativworkshop der zwei Wochen später stattfinden soll.

Und wenn das dann noch nicht geht – dann eben nicht. Dann wird mir wieder etwas Neues einfallen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ heißt es doch. Und meine ist vielleicht angeschlagen, aber nicht tot. Sie lebt mit Maßnahmen und Einschränkungen („mit dem Virus“, wie es jetzt überall so schön heißt), so wie ich auch. Ich lebe, ich trage Maske, ich halte Abstand, ich plane, ich singe:

(Aber es gibt einen Weg da durch/ Es ist ein langer Weg/ Gemeinsam bestehen wir/ Geteilt werden wir fallen/ Aber die Dinge werden besser/ Dessen bin ich mir sicher. Counterfeit, IT GETS BETTER)

Und bevor ihr euch aufregt und sagt, dass das alles nicht für jeden so einfach ist, wie ich es hier beschreibe: Nein, nicht für alle ist die Situation so wie für mich. Das weiß ich. Wirklich. Wirklichwirklich.

Und: Tritt!

Als Selbständige hast du viele Vorteile im Arbeitsleben. Du kannst deine Arbeit so gestalten wie du willst. Du kannst bestimmen, was du wann und mit wem machst und wann du frei brauchst. Kein Thema, du bist deine eigene Chefin. Aber eine Bekannte meinte mal: „Als Selbständige muss du dich jeden Morgen selbst in den Arsch treten.“ Und damit hatte und hat sie vollkommen Recht. Das übernimmt niemand für dich. Und wenn ich ehrlich bin: An manchen Tagen ist das Bein für den Arschtritt bleischwer und lässt sich nicht heben. Als würde was dranhängen. Ein Lockdown zum Beispiel.

„Zu Hause bleiben“ ist die Devise. Und warum auch nicht? Die Kinder sind zu Hause. Das Wetter ist schlecht. Das Geschäft ist geschlossen. Die Aufträge… gut, da müsste ich was machen, aber jaaa… das schaff ich schon noch. Das ist ja schnell erledigt. Und dann? Dann wird’s schon irgendwie weitergehen. Aber es ist doch so: Kein Hahn kräht danach, ob ich in meiner Werkstatt bin, oder nicht.

Merkt ihr, wie schwer dieses Bein ist? Und dann hab ich es trotzdem einfach gemacht: Also mich getreten. Es war ein Kraftakt, aber es hat sich gelohnt.

Mein Beruf hat viele Vorteile. Einer davon ist, dass es Tätigkeiten gibt, die einen zwingen, sich zu fokussieren und gleichzeitig den Kopf leer zu machen. Nichts Zusammenhängendes denken zu müssen. Einfach machen. Und noch eine. Und noch eine. Und noch eine.

Egal wie es weitergeht. Egal wie das Wetter ist. Egal was noch zu tun wäre. Ich mach das jetzt. Lockdown hin, Lockdown her. Und morgen geh ich wieder hin.

24 – Liebe. Das war ja klar.

Danke für die Liebe! Die, die ich spüren darf, die, die ich bekomme und die, die ich geben darf. (Christine)

Vielen herzlichen Dank für alle eure Beiträge. Es waren so viele und so schöne und ich hatte mehr als einmal einen Kloß im Hals beim Lesen. Ich wünsche euch von ganzem Herzen ein frohes und gesundes Weihnachtsfest! Und wie immer gilt: Let love rule.

23 – Bier

Ich freue mich über das letzte Bier, das im Kühlschrank gefunden wird, wenn man es am nötigsten braucht. (Annamirl Zuckerschnirl)

Bitte beachten Sie:

Lockdown bis einschließlich 10.01.2021! Das Geschäft ist geschlossen. Es besteht jedoch trotzdem die Möglichkeit übers Internet einzukaufen. Meine Waren finden Sie auf meiner Facebookseite im Album „Onelineverkauf Dezember 2020“

Darüber hinaus bin ich telefonisch erreichbar unter 0170 3009636.

22 – Frieden

Ich bin dankbar in einem Land zu leben, in dem seit 75 Jahren Frieden herrscht. Meine Kinder müssen nicht zum Militär, keine Bomben fallen auf unser Haus, unsere Bundeswehr hat Gewehre, die nicht schießen… ich finde das irre gut. (Christine)

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21 – Wald

Ich bin dankbar für den Wald! Für mich schon lange ein „Zufluchtsort“ wenn man die Gedanken sortieren muss, etwas Ruhe braucht oder einfach mal richtig durchatmen will. Dieses Jahr ist mir das noch viel bewusster geworden, als es mir eh schon ist. (Katrin)

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19 – Berge

Ich bin dankbar dafür, mich in den Bergen entspannen zu können. (Christine)

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