Ein Kindlein wird (hoffentlich) geboren

Im letzten Adventskalendertürchen befindet sich für mich der Ausdruck von purer Zuversicht. Und außerdem ist es auch ganz passend zu dem großen Geburtstagsfest, das Weihnachten ist. Es gibt kaum etwas, bei dem man zuversichtlicher ist – oder sein muss – als wenn man ein Kind in diese Welt setzt. „Kinder sind die Zukunft“ ist so platt wie wahr. Ich wünsche Andrea, dass sich ihr Wunsch erfüllt.

Und all denen, die keine Kinder haben oder haben wollen oder haben können, sei gesagt: Fühlt euch bitte nicht angegriffen von meinen Zeilen. Ihr seid gut so, wie ihr seid. Mit Kind und ohne.

Vielen Dank an alle, die meinen Kalender mit so viel Zukunft und Zuversicht gefüllt haben!

Und nun tragt eurer Güte hellen Schein, weit in die dunkle Welt hinein.

Let love rule

uuund weg.

„Wir waren ja schon so oft da, aber Sie haben nie geöffnet!“

Diesen Satz höre ich leider echt oft – aber ich weiß ehrlich nicht, was ich darauf sagen soll. Weil mir der Satz das Gefühl gibt, faul zu sein, nie zu arbeiten und ohne Ende Freizeit zu genießen. Aber das stimmt so nicht. Ich könnte jetzt erklären, dass ich ja noch einer zweiten Arbeit nachgehe, eine Familie zu Hause habe und alleine in meinem Laden bin. Bei Krankheit (eines Kindes) oder dringenden Terminen ist mein Laden eben zu. Ich habe keine Vertretung.

Aber meistens schaue ich nur geschmerzt und nicke. Wer möchte denn auch schon meinen Sermon hören?

Heute bin ich dagegen einfach lächelnd in meine Werkstatt gegangen, habe einen Zettel und einen schwarzen Stift rausgeholt..

Und habe ihn an meine Ladentür gehängt.

Der erste Urlaub, seit… Ich denke, ich hab mir den verdient. Bis dann!

Kleines Online-Schaufenster

Ich hab mir gedacht, wenn die Kunden schon nicht zu mir in den Laden kommen (können), kommt der Laden eben zu den Kunden. Ja, ich weiß, dass das schon immer der Sinn meiner Homepage gewesen ist… aber mei. Also hier aus der Rubrik Geschirr: P1040844

Eierbecher mit weiß-blauer Glasur.

Noch mehr Geschirr findet ihr hier. Nicht alles ist immer auf Vorrat da. Aber alles kann bestellt werden.

Kommt unbeschadet durch diese Zeit!

In der Zwischenzeit

Es wäre so viel zu erzählen. Von meiner Arbeit und wie ich mich nach dem Brand wieder aufrapple. Von meinem VHS-Kurs, der bald beginnt. Oder von meinen Projekten, die in meinem Kopf und in meinen Notizheften herumschwirren. Aber das muss ich ein andermal tun. Es gibt noch andere Dinge im Moment.

Ich habe es schonmal geschrieben. Ich kann es nicht besser schreiben. Aber es ist das, was mich wieder umtreibt. Das Ausmaß der Verzweiflung

Geschmortes Tempo

Ich glaube es ist bekannt, dass ich nicht gerne übers Wetter rede. Finde ich unnötig. Wetter ist Wetter und dem Wetter ist es vollkommen egal, wie ich es finde. Wenn ich auf die vergangene Woche zurückschaue, muss ich mir aber doch eine kleine Ausnahme gönnen. War ja auch ein Ausnahmewetter. Also was soll’s? Heiß war’s. Ziemlich heiß. Mir viel zu heiß. Ich mag langweilige 25 Grad ohne Mücken, ohne Wespen, ohne Pollen bitte. Alles was darüber hinausgeht ist eindeutig zu warm. Denn ich gehöre nicht zu den Menschen, die ab 30 Grad erst zur Hochform auflaufen. Im Gegenteil. Bei Überhitzung werde ich eher langsam. Vor allem, da es bei uns in Kelheim üblicherweise nicht heiß, sondern meistens schwülheiß ist. Wenn ich durch die Stadt zu meinem Laden laufe, fühle ich mich also eher gedämpft als gegrillt. Oder nennt man das „geschmort im eigenen Saft“?

Schwüles Wetter lässt meine Keramik nicht trocknen

Schwüles Wetter lässt meine Keramik nicht trocknen

Langsam werde aber nicht nur ich, wie ich mit einem Blick in die Umgebung feststelle. Das geht vielen so. Aber im Gegensatz zu mir bringen die wenigstens noch den Elan auf, sich ins Freibad oder an die Donau zu schleppen. Das ist mir auch zu viel. (Wobei: Ich habe es letztes Wochenende tatsächlich einmal eine Stunde abends an den Donaustrand geschafft – aber nur wegen der Kinder.) Nein, ich bleibe lieber zu Hause. Im Schatten. Bewegungslos. Da liege ich dann wie ein schnaufender, weißer Fleischberg und schwitze vor mich hin. Unterbrochen nur von ein paar Seufzern, dass man bei dieser Hitze nichts, aber auch gar nichts machen kann. Keine Hausarbeit, keine Gartenarbeit, nicht einmal die Arbeit in meiner Werkstatt, weil die frisch gedrehten Vasen in der schwülen Luft einfach nicht trocknen wollen! Und der Himmel: wolkenlos! Nicht einmal eine anständige Pareidolie ist drin. Ich schnaufe wieder – äußerst geschmerzt – und greife nach einem Buch. Ich lese es aus und greife zum nächsten. Ich döse, schlafe und träume von Helden in Büchern. Moment: Eigentlich klingt das was ich schreibe grad ziemlich gut… Am Wochenende soll es wieder heiß werden. Dann nehm ich mir gleich die nächsten Romane vor. Und wenn’s regnet? Auch egal. Lesen, schlafen und träumen kann ich auch bei Regen.

Schönheit des Verfalls

Hatte ich eigentlich schon immer diese Hängebacken? (Die einen, wie die anderen) Der Schock sitzt ganz schön tief, wenn man die ersten Alterserscheinungen an sich entdeckt. „Es geht Abwärts! Ich mach mich schon mal locker!“, grölt mir meine Haut entgegen. Nur die ganz oben nicht. Meine Kopfhaut übt sich nämlich unterdessen darin, möglichst viele, möglichst schneeweiße störrische Haare zu produzieren. Und ich schwöre, wenn der Arzt, den ich wegen dieser Zipperlein im Rücken ab und zu aufsuche, noch einmal sagt „Mei, Sie werden halt auch nicht jünger“ dann kann der mal miterleben, wieviel Energie zum Demolieren von Praxiseinrichtungen so ein altes Weiblein wie ich noch aufbringen kann. Nein. Ich bin eitel. Ich finde den Verfall meines Körpers gar nicht schön.

Noch habe ich keine Figur in den Flecken an der Wand entdeckt. Aber ich kann mir das noch lange lange ansehen und rumträumen.

Noch habe ich keine Figur in den Flecken an der Wand entdeckt. Aber ich kann mir das noch lange lange ansehen und rumträumen.

Was ich dagegen ganz wunderbar finde sind alte, verfallene Häuser. Bahnhöfe haben mir es da besonders angetan. Aber auch Industrieanlagen, Schulen und kleine, schnuckelige Jurahäuser. Orte, die einem ihre Geschichte förmlich entgegenwispern. Und wenn sie nicht  ganz so vor Geschichte strotzen, kann man sich problemlos eine ausdenken. Man sieht Menschen umherflanieren, arbeiten, sich verstecken. Eine komplette kleine Fantasy-Welt kann da entstehen. Oder ich stelle mir vor, was man in diesen Räumen alles machen könnte. (Ein Theaterstück oder eine Kunstperformance sind bereits Standard). Ich sehe Plakate, Ausstellungseinladungen und die handgeschriebene Speisekarte eines kleinen Cafes. Klingt viel zu romantisch? Na und? Es sind ja nur Träumereien.

Genau so wie ich davon träume, dass die Haut an meinen Oberarmen keine segelähnlichen Lappen mehr hat und dass diese senkrechte Falte zwischen meinen Augenbrauen verschwindet.

Bei Häusern könnte man diese Träume sogar umsetzen. Die saniert man für viel Geld und lässt sie in altem Glanz erstrahlen. Was den Körper angeht, kann man meiner Meinung nach auch für viel Geld dran rumsanieren – den Glanz der Jugend bekommt man damit aber nicht zurück. Ein Blick auf würdelos rumalternde Schauspieler genügt. Allerdings muss ich dazu sagen: Sind die Häuser erst einmal saniert, haben sie auch viel von diesem romantischen und morbiden Charme verloren.

Vielleicht ist da ja meine Rettung, meine Ausrede. Ich berufe mich auf meinen morbiden Charme. „Ich bin nicht alt, ich habe Geschichte.“ Wobei – naaa.

Talentfrei

Schon in meiner Kindheit hätte klar sein können – das wird schwierig. Zur Erstkommunion bekam ich meinen ersten Fotoapparat geschenkt. Voller Begeisterung legte ich auch gleich los. Leider waren auf dem ersten, mit Spannung erwarteten, entwickelten Film nicht einmal im Ansatz brauchbare Fotos. Nein, ehrlich! Gut, man könnte sagen, dass ich schließlich Anfängerin war und gute Ergebnisse gänzlich unwahrscheinlich. Aber so schlecht zu fotografieren ist selbst für blutige Anfänger eine Leistung. Bei mir war entweder alles verschwommen, oder ich habe den Leuten auf den Fotos gleich mal  konsequent die Köpfe abgeschnitten (sofern sie überhaupt noch mit irgendeinem Körperteil im Bild waren).

Die frühe Katzenfotografie (oder doch eher Teppichfotografie?)

die frühe Katzenfotografie (oder doch eher Teppichfotografie?)

Nachdem die nächsten Filme alle ähnlich aussahen, ließ ich die Fotografenkarriere erst einmal ruhen. Dann, irgendwann, kamen die ersten Digitalkameras auf den Markt. Die Rettung für so manchen wenig begabten Knipser. Aber nicht für mich. Denn neben dem Gefühl für die Bildkomposition fehlte mir zudem auch noch das Timing. So fotografierte ich während eines Zeitungspraktikums das Spektakel eines umgekippten Zuckerrübentransporters erst nachdem die Straße wieder geräumt war. Was das für einen Anpfiff von meinem Redakteur gegeben hat, brauche ich nicht zu erklären, oder? Mein Selbstvertrauen in diesen Dingen steigerte das nicht gerade. Zumal viele Menschen in meinem Umfeld unglaublich begabte Hobbyfotografen sind. „Mit der richtigen Kamera kann jeder gute Fotos machen.“, versuchte einer davon mich zu trösten. „Pah!“, dachte ich nur. Ich habe eine Freundin, deren Handyfotos sehen aus wie vom Profi. Da könnte ich nicht einmal mit dem bestern Digital-Spiegelreflex-Apparat mithalten. Und das, obwohl ich durchaus einige Regeln für gute Bilder kenne: Licht von hinten ist besser als Licht von vorne, bedeckter Himmel und diffuses Licht sind besser als strahlender Sonnenschein und Objekte, die nicht völlig mittig im Bild sind, erzeugen Spannung (insofern habe ich bereits einige „spannende“ Bilder geschossen – die Leute sind halt aus dem Bild gerutscht…).

man kann ein Gesicht erkennen - zumindest das.

man kann ein Gesicht erkennen – zumindest das.

Was soll’s, ich mach trotzdem weiter. Hier greift dieses Sprichwort vom Wald, in dem es sehr still wäre, würden nur die begabtesten Vögel singen. Und wenn wieder einmal ein Bild völlig daneben geht? Macht nix. Wenn ich Glück habe, zeigt sich in dem fotografierten, unscharfen Farbenmischmasch eine Figur, ein Gesicht, eine Pareidolie. Und DAFÜR habe ich eine Ader. Oder zumindest eine kleine Leidenschaft.