Mathematik

Ich behaupte gerne, mir fehle die logische Gehirnwindung – also der Teil des Gehirns, der sich zum Beispiel für Mathe begeistern kann. Ich schätze, das hat mit diesen Matheaufgaben zu tun, die jeder aus der 4. Klasse kennt und die alle immer irgendwie so beginnen: „Zug A fährt um sieben Uhr mit einer Geschwindigkeit von…“ Und ich schwöre, spätestens an diesem Punkt der Rechnung schaltet sich mein Denkvermögen vollständig ab. Das war schon in der Schule so und ich könnte auch jetzt – Lichtjahre später – nicht ausrechnen, wie alt der Lokführer von Zug B ist, wenn sonntags doch gar keine Züge fahren.

Seltsamerweise – ich weiß ehrlich nicht, woher das kommt – rechne ich aber im Alltag ständig vor mich hin. Schon früher auf langen Autofahrten: Wenn wir nur 10 km/h schneller fahren würden, wie viel eher wären wir dann am Ziel? Oder im Schwimmbad: Wie lange brauche ich für eine Bahn und wie viele Bahnen schaffe ich in 30 Minuten? Oder momentan in der Arbeit: Wenn ich zwei Stunden Zeit habe und eine Tasse in unter fünf Minuten schaffe… viereinhalb, wenn ich schnell bin… So geht das den ganzen Tag.

In der Arbeit ist das ausnahmsweise mal nützlich. Im November – der schweinsheißen Phase vor dem Christkindlmarkt – sind meine Arbeitstage mathematisch durchgetaktet. Jedes Gramm weniger Ton spart Materialkosten, jede Tasse, die ich pro Stunde mehr schaffe, ist eine mehr, die ich verkaufen kann. Und ich nehme das sportlich. Nein, ich mache es zur olympischen Disziplin. Wie schnell kann ich sein? Wie viele Bierkrüge kriege ich in den Ofen? Ehrlich – das ist mir unheimlich. Vor allem, weil das mein Gehirn ohne mein Zutun macht. Es rechnet. Ich frage mich, mit welcher Gehirnwindung?

Mit der trotzigen? „Du rechnest jetzt, ob du willst, oder nicht!“

Mit der mütterlichen? „Es ist nur zu deinem Besten, wenn ich das mal ganz schnell mit dir durchgehe.“

Mit der olympischen? „Rekooord! Das ist Weltrekooord!“

Die logische kanns ja wohl nicht sein.

Aber wenn das so weitergeht, bin ich bald fit für die großen Herausforderungen des Lebens: „Zug A fährt um…“ Nein, besser nicht.

Ein Gedanke zu „Mathematik

  1. 😀 das kenne ich nur zu gut 🙂 Spannend bei der Geschwindigkeit, eigentlich ist man gar nicht so viel schneller. Da lohnt sich das überholen kaum 😉
    Geld rechne ich besonders gerne in Essen um… so und so viele Eiskugeln… so und so viel Schokolade.

    Liebe Grüße,
    Fiona

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