Wir bauen für Sie…

Wer momentan in der Kleinstadt meiner Wahl unterwegs ist, weiß was ich meine und bekommt bereits von der Überschrift Tobsuchtsanfälle oder Heulkrämpfe – oft auch beides. Wie man das hinkriegt? Ganz einfach. Mit Baustellen. Zweidreivierfünf werden’s in und um Kelheim schon sein. Und da, wie anderswo bereits erwähnt, der Kleinstädter ansich lieber Auto statt Radl fährt, kommt, was kommen muss: Das totale Verkehrschaos.

Verkehrsstaus, wohin man auch abbiegt, wild plärrende Lastwagenfahrer (deren Navi vor Verzweiflung selbstständig aus dem Führerhaus gehüpft ist), verschreckte Radfahrer (weil auf die ja jetzt wirklich niemand mehr Rücksicht nehmen kann), Einzelhändler mit panischer Angst vor Umsatzeinbußen, chaotische Busfahrpläne (falls vorhanden) und entsetzlich blanke Nerven überall.

Nach anfänglicher Überforderung, zwischenzeitlichen Wutausbrüchen und überstandener Verzweiflung, übe ich persönlich mich mittlerweile in zweckoptimistischer Selbsttherapie.

Denn eigentlich ist so eine Baustelle ja eine Verbesserung, eine Reparatur. Wie bei einem selbst eben auch. Meine Güte, in meinem Leben gibt es momentan so viele Baustellen. So viele Reparaturarbeiten, so viele neue Projekte.

Ja, wenn’s viele Baustellen sind, kommt’s anderswo zum Stau. Zu Fertiggerichten, verschluderten Emails und Freunden in der Warteschleife.

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Natürlich kann man nicht überall gleichzeitig mit Hochdruck arbeiten, denke ich, wenn ich die bauarbeiterlosen, stummen Maschinen sehe. Das kann ich schließlich bei meinen Baustellen auch nicht. Ich kann nicht gleichzeitig ein Theaterstück inszenieren und ein neues Buch schreiben. Alles nacheinander.

Selbstverständlich kann es mal zu Verzögerungen kommen. Nicht alles ist zum angesetzten Termin fertig. Das ist auch auf meinen Baustellen so. Mein Mittagessen kommt selten pünktlich auf den Tisch und die getöpferten Adventskränze stehen manchmal erst zum zweiten Advent im Schaufenster – ab und zu  ist man eben faul. Was solls?

Und schließlich will man ja ein schönes Ergebnis. Eine schöne neue Asphaltdecke, schnelles Internet oder einen knackigen Po in den neuen Jeans. Das macht sich eben nicht von allein.

Ich übe mich in Verständnis. Meine Stadt und ich – wir verstehen uns. Mi Baustelle es su Baustelle.

Aber ehrlich: Das Üben bringt nichts. Rein gar nichts. Zweckoptimismus ist einfach nicht mein Ding. Also KOMMT IN DIE GÄNGE UND MACHT DAS FERTIG! UND ZWAR PRONTO! Sonst….. AAAAAARGH!

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