Advent? Advent.

Ach, wie wunderbar waren die ersten Tage auf dem Kelheimer Christkindlmarkt! Viele viele Menschen, viel gute Stimmung, viel Trubel. Ein anständiger Christkindlmarkt gehört zum Advent einfach dazu. Nicht nur für mich, als Standlerin (für Nichtbayern: Fierantin). Glühwein, Knackersemmel, weihnachtliche Musik – ach, es ist einfach schön.

Und dann gibt es da noch die andere Seite des Advents. Die eigentliche Seite. Die habe ich am vergangenen Wochenende gefunden. In der Kirche. Kaum zu glauben, oder? Da war dieses Lied, das ich schon seit meinen Kindergartentagen auswendig kann. Und das jeder kennt – wirklich JEDER! Ich hab genau hingehört und mir ist die Gänsehaut über den Rücken gelaufen. Wieso? Einfach lesen. Einfach ganz genau lesen:

Wir sagen euch an den lieben Advent

Text: Maria Ferschl (1895–1982)

Wir sagen euch an den lieben Advent
Sehet, die erste Kerze brennt!
Wir sagen euch an eine heilige Zeit.
Machet dem Herrn den Weg bereit!
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die zweite Kerze brennt.
So nehmet euch eins um das andere an,
wie auch der Herr an uns getan!
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die dritte Kerze brennt.
Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die vierte Kerze brennt.
Gott selber wird kommen, er zögert nicht.
Auf, auf, ihr Herzen, werdet licht.
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.

Das nenn ich mal eine ganze Reihe an Anregungen – nein, Schmarrn, Aufforderungen sind das! Da mag man rausgehen und sofort ein besserer Mensch sein, sein Herz licht werden lassen, die Güte irgendwohin tragen, sich um andere kümmern. Und dann? Dann versumpft man doch wieder irgendwie am Glühweinstand und freut sich über die heiße Tasse, die einem die klammen Finger wärmt.

Aber ein bisschen was von diesen Textzeilen ist bei mir dann doch hängengeblieben. Und ich denke daran, aus was für wunderbaren Werten unser scheinbar so gefährdetes christliches Abendland doch besteht. Sich um des Anderen annehmen. Gütig sein, sein Herz öffnen, sich freuen – nicht nur über die heiße Glühweintasse auf dem Christkindlmarkt.

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