nicht WAS, sondern WIE!

Gib einer Horde Kinder eine Vorgabe, wie zum Beispiel: Baue aus Ton eine Rakete oder ein UFO. Dann dauert es ein Weilchen – ein klitzekleines voller „ich weiß nix“, „hä?“, „was war die Aufgabe nochmal?“ – und schließlich heißt es in Deckung gehen. Denn die Einfälle, die dann auf dich zukommen, überrollen dich förmlich. Es ist ja wirklich kein Geheimnis, dass 14 Kinder aus dieser einen, gleichen Vorgabe 14 Objekte töpfern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Große, dicke Raketen, UFOs, die eher lebenden Organismen gleichen, Spaceshuttles und fliegende Untertassen(kaffeekannen).

Mich fasziniert an solchen Töpferkursen aber nicht nur das „WAS“ sondern vor allem das „WIE“. Denn die Art und Weise wie die Teilnehmer sich an die Arbeit machen ist ebenso vielfältig, wie das Ergebnis. Und ich schreibe deshalb „Teilnehmer“, weil ich diese Beobachtung nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen gemacht habe.

Manche gehen mit klaren Vorstellungen an die Sache, manche zögern nach jedem aufgesetzten Tonwürschtl, manche sind vorsichtig, wieder andere sehr genau und gleichmäßig. Und dann gibt es noch einige, denen diese Arbeit völlig aus den Händen zu fließen scheint. Die nicht warten müssen bis ich den nächsten Arbeitsschritt erklärt habe, sondern die ihn einfach instinktiv schon so (und außerdem richtig) gemacht haben. Naturtalente mit einem angeborenen Verständnis für das Material. Ich weiß, das klingt aufgeblasen – aber anders kann ich es nicht ausdrücken.

Da möchte ich so einem kleinen Achtjährigen zurufen: „Das ist dein Ding! Mach das! Oder  irgendetwas in diese Richtung. Dein beruflicher Weg ist vorbetoniert – klaro?“ Aber da ich weiß, wie Achtjährige dreinblicken, wenn sie einen Erwachsenen für total durchgeknallt halten, spar ich mir derartige Ausbrüche. Ich kann mich nur dann nicht zurückhalten, wenn die Eltern das Objekt ihrer Kinder mit einem gezwungenen Lächeln entgegennehmen und sich ein gemurmeltes „und was soll das sein?“ über ihre Lippen mogelt. Dann spar ich nicht mit Lob und erwähne sogar das mit dem „angeborenen Verständnis für das Material“. Und ja, auch Erwachsene können einen anblicken, als hätte man sie nicht alle. Aber ich weiß, was ich gesehen habe. Talent.

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